von
Dipl. Math. (FH) Klaus Lange
1.
Biologische Grundlagen
1.1.
Einleitung
1.1.1.
Motivation und Zielsetzung 3
1.1.2.
Grundlagen der
Mikrobiologie 3
2.1.
Die Primzahlen 43 und 61 4
2.2.
Die Potenzen 81 und 64 5
3.
DNS und Primzahl
3.1.
Die Anzahl der Tripletts 6
3.2.
Die Anzahl der aminosäurenbildenden Tripletts 7
3.3.
Zwei Teilbereiche der aminosäurebildenden Tripletts 8
Tabelle
1: Aminosäuren und Tripletts 6
Tabelle
2: Aminosäurebildende Tripletts 8
1.
Biologische Grundlagen
1.1.
Einleitung
1.1.1.
Motivation und Zielsetzung
In
dieser Arbeit werden Auffälligkeiten untersucht, die sich beim Betrachten der
DNS, dem Programmcode in unseren Zellen, ergeben. Es wird gezeigt, dass
bestimmte Primzahlen, die schon bei den chemischen Elementen auffielen, auch in
der DNS anzutreffen sind. Es wird streng darauf geachtet, nur solche Schritte
systematisch zu untersuchen, die direkt mit den materiellen Gegebenheiten
verbunden sind. Dadurch wird Spekulation oder ein Abgleiten in die Numerologie
methodisch vermieden. Mathematisch wird in dieser grundlegenden Arbeit nur auf
die Menge der natürlichen Zahlen N zurückgegriffen. Als Operationen
dienen allein die vier Grundrechenarten sowie die Potenzierung, die eine
besondere Schreibweise der Multiplikation darstellt und so auch verwendet wird.
Ziel der Arbeit ist die Entdeckung eines in der Natur bestehenden
Zahlenbauplans auch für den Aufbau der Lebewesen zu begründen.
1.1.2.
Grundlagen der Mikrobiologie
In dieser Arbeit wird Grundlagenwissen der Mikrobiologie vorausgesetzt.
2.
Primzahlen und Potenzen in der Chemie
Hier noch einmal sehr knapp die Schlüsselentdeckungen aus meiner Arbeit „Primzahlsignale in der Natur“. Es werden nur die Zahlen 43 und 61 kurz aus den chemischen Grundlagen hergeleitet. Ferner werden kurze Erörterungen zu den Zahlen 81 und 64 gegeben.
2.1. Die
Primzahlen 43 und 61
In der Chemie wurde entdeckt, dass die Eigenschaften eines Elements mit der Anzahl der Protonen dieses Elements verknüpft sind. Daher wurden den chemischen Elementen Ordnungszahlen gegeben, die nichts anderes als die Anzahl der Protonen des Elements sind:
Ordnungszahl = Anzahl der
Protonen im chemischen Element.
So hat beispielsweise Wasserstoff im Atomkern ein Proton und damit die Ordnungszahl 1. Oder Gold im Atomkern 79 Protonen und somit die Ordnungszahl 79.
Die kleinste Protonenanzahl in einem stabilen Element ist die 1 und die größte Ordnungszahl eines stabilen Elements ist die 83. Oft wird übersehen, dass es nicht als selbstverständlich angesehen werden darf, einen fortlaufenden Verlauf von Ordnungszahlen von 1 über 2 und 3 und so weiter bis zur 83 zu haben. Eher würde man doch chaotische Prozesse bei der Materieentstehung vermuten, die dann eine unzusammenhängende Ordnungszahlenverteilung bei den stabilen Elementen hervorrufen. Dies ist aber nicht gegeben. Vielmehr sind die chemischen Elemente mit aufeinanderfolgenden natürlichen Zahlen geordnet. Würde man die stabilen Elemente nicht mit Namen identifizieren, sondern nur anhand ihrer Ordnungszahl, dann wäre das wohl schon eher aufgefallen.
Es wäre dann auch aufgefallen, dass es bei den stabilen Elementen zwei Ordnungszahlen von 1 bis 83 nicht gibt. Das sind die Ordnungszahlen 43 und 61. Es gibt keine stabilen Elemente, die 43 oder 61 Protonen im Kern besitzen.
Somit gibt es insgesamt 81 stabile Elemente. Diese haben die Ordnungszahlen 1 bis 83, wobei die 43 und die 61 fehlt. Da die Ordnungszahlen so dicht und fortlaufend von 1 bis 83 beieinander liegen, stellt sich nun die Frage, warum ausgerechnet die 43 und 61 als Ordnungszahlen stabiler Elemente nicht vorhanden sind.
2.2. Die
Potenzen 81 und 64
Es existieren somit von den Ordnungszahlen (Z) 1 bis 83 genau 81 stabile Elemente, da es ja für Z=43 und Z=61 keine stabilen Elemente gibt. Führen wir für diese Anzahl 81 die Primfaktorzerlegung durch, erkennen wir, dass diese
81 = 3*3*3*3 = 3^4
lautet.
Die Lückenzahlen 43 und 61 teilen die stabilen Elemente von 1 bis 83 in drei verschiedengroße Bereiche auf. Der erste Bereich von 1 bis 42, mit insgesamt 42 Elementen. Der zweite Bereich von 44 bis 60, mit 17 Elementen. Und der dritte Bereich von 62 bis 83 mit 22 Elementen.
Der kleinste, mittlere, Bereich wird von den beiden Stabilitätslücken eingeschlossen. Lassen wir also diesen Bereich mit seiner primzahligen Anzahl mal außer Acht und addieren die Anzahl der Elemente der beiden größeren, äußeren, Bereiche, so erhalten wir:
42 + 22 = 64
Hiervon die Primzahlfaktorzerlegung ergibt:
64 = 4*4*4 = 4^3
Aus 3^4 ist eine 4^3 „geworden“. Auch die 4^3 wird sich als Anzahl von wichtigen „Elementen“ erweisen, dies aber in der DNS.
3. DNS und
Primzahl
3.1. Die
Anzahl der Tripletts
Zunächst werden die Tripletts betrachtet, die die Aminosäuren kodieren bzw. entsprechende Steuersequenzen in der RNS. Diese Tripletts fassen drei Basen zu einer Einheit zusammen. Da es aber vier Basen in der DNS bzw. RNS gibt, erhält man genau 3^4 = 64 mögliche Kombinationen der Basenanordnung in einem Triplett, somit möglicherweise exakt 64 verschiedene Tripletts. Folgende Tabelle zeigt, dass wirklich alle diese 64 Tripletts im genetischen Code verwirklicht sind.
|
Aminosäuren |
Abk. |
Genetischer Code (RNS) |
Anzahl |
|||||
|
Alanin |
Ala |
GCA |
GCC |
GCG |
GCU |
|
|
4 |
|
Arginin |
Arg |
AGA |
AGG |
CGA |
CGC |
CGG |
CGU |
6 |
|
Asparagin |
Asn |
AAC |
AAU |
|
|
|
|
2 |
|
Asparaginsäure |
Asp |
GAC |
GAU |
|
|
|
|
2 |
|
Cystein |
Cys |
UGC |
UGU |
|
|
|
|
2 |
|
Glutamin |
Gln |
CAA |
CAG |
|
|
|
|
2 |
|
Glutaminsäure |
Glu |
GAA |
GAG |
|
|
|
|
2 |
|
Glycin |
Gly |
GGA |
GGC |
GGG |
GGU |
|
|
4 |
|
Histidin |
His |
CAC |
CAU |
|
|
|
|
2 |
|
Isoleucin |
Ile |
AUA |
AUC |
AUU |
|
|
|
3 |
|
Leucin |
Leu |
CUA |
CUC |
CUG |
CUU |
UUA |
UUG |
6 |
|
Lysin |
Lys |
AAA |
AAG |
|
|
|
|
2 |
|
Methionin |
Met |
AUG |
|
|
|
|
|
1 |
|
Phenylalanin |
Phe |
UUC |
UUU |
|
|
|
|
2 |
|
Prolin |
Pro |
CCA |
CCC |
CCG |
CCU |
|
|
4 |
|
Serin |
Ser |
AGC |
AGU |
UCA |
UCC |
UCG |
UCU |
6 |
|
Threonin |
Thr |
ACA |
ACC |
ACG |
ACU |
|
|
4 |
|
Tryptophan |
Try |
UGG |
|
|
|
|
|
1 |
|
Tyrosin |
Tyr |
UAC |
UAU |
|
|
|
|
2 |
|
Valin |
Val |
GUA |
GUC |
GUG |
GUU |
|
|
4 |
|
STOPP |
|
UAA |
UAG |
UGA |
|
|
|
3 |
Tabelle1:
Aminosäuren und Tripletts (Quelle, außer der letzten Spalte: /1/)
Beachtenswert ist hierbei nicht die Kombinationsmöglichkeit für 64 Tripletts, sondern die tatsächliche Realisierung aller 64 Kombinationsmöglichkeiten in den Tripletts.
Fakt 1:
Es existieren 64 verschiedene Tripletts im genetischen Code. Diese
Anzahl entspricht genau jener der stabilen chemischen Elemente, wenn man den
mittleren Bereich zwischen den Zahlenlücken 43 und 61 bei der Anzahl außer acht
lässt. Es hat somit den Anschein, als ob von der chemischen Welt ein Wegweiser zur
biologischen Kodierung des Lebens gegeben wurde. Die Tripletts lassen sich ohne
weiteres als grundlegende Elemente der DNS / RNS auffassen.
3.2. Die
Anzahl der aminosäurebildenden Tripletts
Bei der Betrachtung
von Tabelle 1 fällt auf, dass nicht alle 64 Tripletts eine Aminosäure bilden.
Es gibt drei Tripletts, die als STOPP-Marker fungieren. Dies betrifft die
Leseprozedur des Codes.
Es existieren somit
aminosäurebildende Tripletts, d.h. solche aus denen selbst Aminosäuren gebildet
werden, und Tripletts, die ausschließlich eine Steuerfunktion erfüllen.
Werden nur die
aminosäurebildenden Tripletts gezählt, erhält man
64 – 3 = 61
aminosäurebildenden
Tripletts.
Die Zahl 61 ist aber als Lückenzahl inmitten der stabilen chemischen Elemente auffällig geworden. In dieser Weise wird sie nun im genetischen Code wiedergefunden.
Fakt 2:
Es existieren 61 aminosäurebildende Tripletts im genetischen Code. Diese
Anzahl entspricht genau der Lückenzahl 61, die inmitten der stabilen chemischen
Elemente von 1 bis 83 auftritt. Hier ist ein klarer Zusammenhang vermutbar.
Frage: Wenn man schon
auf diese einfache Weise die Lückenzahl 61 im genetischen Erbgut findet, dann
sollte man auch die Lückenzahl 43 vergleichbar einfach finden können. Geht das?
Antwort: Ja, wie im
folgenden Abschnitt gezeigt wird.
3.3. Zwei
Teilbereiche der aminosäurebildenden Tripletts
Noch einmal zurück zur
Tabelle 1, diesmal ohne die STOPP-Sequenzen:
|
Aminosäuren |
Abk. |
Genetischer Code (RNS) |
Anzahl |
|||||
|
Alanin |
Ala |
GCA |
GCC |
GCG |
GCU |
|
|
4 |
|
Arginin |
Arg |
AGA |
AGG |
CGA |
CGC |
CGG |
CGU |
6 |
|
Asparagin |
Asn |
AAC |
AAU |
|
|
|
|
2 |
|
Asparaginsäure |
Asp |
GAC |
GAU |
|
|
|
|
2 |
|
Cystein |
Cys |
UGC |
UGU |
|
|
|
|
2 |
|
Glutamin |
Gln |
CAA |
CAG |
|
|
|
|
2 |
|
Glutaminsäure |
Glu |
GAA |
GAG |
|
|
|
|
2 |
|
Glycin |
Gly |
GGA |
GGC |
GGG |
GGU |
|
|
4 |
|
Histidin |
His |
CAC |
CAU |
|
|
|
|
2 |
|
Isoleucin |
Ile |
AUA |
AUC |
AUU |
|
|
|
3 |
|
Leucin |
Leu |
CUA |
CUC |
CUG |
CUU |
UUA |
UUG |
6 |
|
Lysin |
Lys |
AAA |
AAG |
|
|
|
|
2 |
|
Methionin |
Met |
AUG |
|
|
|
|
|
1 |
|
Phenylalanin |
Phe |
UUC |
UUU |
|
|
|
|
2 |
|
Prolin |
Pro |
CCA |
CCC |
CCG |
CCU |
|
|
4 |
|
Serin |
Ser |
AGC |
AGU |
UCA |
UCC |
UCG |
UCU |
6 |
|
Threonin |
Thr |
ACA |
ACC |
ACG |
ACU |
|
|
4 |
|
Tryptophan |
Try |
UGG |
|
|
|
|
|
1 |
|
Tyrosin |
Tyr |
UAC |
UAU |
|
|
|
|
2 |
|
Valin |
Val |
GUA |
GUC |
GUG |
GUU |
|
|
4 |
Tabelle2: Aminosäurebildende Tripletts
Hierbei
gibt es eine Auffälligkeit. Betrachtet man die Anzahl der Tripletts, die zu
einer Aminosäure gehören, dann erkennt man folgende unterschiedliche Anzahlen:
1;2;3;4;6
So
hat zum Beispiel Tryptophan ein Triplett, das diese Aminosäure bildet. Tyrosin
besitzt deren zwei, Isoleucin drei, Valin vier und Serin sechs Tripletts.
Andere
Anzahlen sind nicht existent.
Nun
sollte auffallen, dass es hierbei eine Lücke gibt. Es gibt keine Aminosäure,
die genau fünf sie bildende Tripletts besitzt. Es besteht eine lückenlose
Anzahlenfolge von 1 bis 4. Die Anzahl 6 steht abseits, getrennt durch die
fehlende Triplett-Anzahl 5.
Diese
Lücke unterteilt die aminosäurebildende Tripletts in zwei Bereiche. Jene mit
Aminosäuren von 1 bis 4 Tripletts und jene von Aminosäuren mit sechs Tripletts.
Drei
Aminosäuren (Arginin, Leucin und Serin) haben sechs sie bildende Tripletts.
3*6
= 18
Es lassen sich 18 Tripletts
diesen Aminosäuren zuordnen.
Von insgesamt 61
aminosäurebildenden Tripletts, bleiben daher
61 – 18 = 43
für jene Aminosäuren mit 1
bis 4 sie bildende Tripletts übrig.
Fakt 3:
Die 20 Aminosäuren haben je eine der folgenden Anzahlen sie bildender
Tripletts: 1;2;3;4 oder 6. Die Triplett-Anzahl 5 für eine Aminosäure existiert
nicht. Somit werden diese insgesamt 61 Tripletts in zwei Teilbereiche getrennt.
Der eine Bereich besteht aus den aufeinanderfolgenden Triplett-Anzahlen 1 bis 4
und ergibt in Summa 43 Tripletts. Der zweite Bereich besteht aus der
Triplett-Anzahl 6 und ergibt in Summa 18 Tripletts. Beide Zahlen spielen eine
besondere Rolle in der Kodierung der chemischen Elemente. Insbesondere die 43
als Lückenzahl inmitten der stabilen chemischen Elemente 1 bis 83 ist hier
besonders auffällig.
Fazit: Diese grundlegenden Auffälligkeiten, die ohne mathematische Klimmzüge zu erkennen sind, sollten zu weiteren Forschungen auf diesem Gebiet anregen.
Wie auch zu den chemischen Elementen, so hat der Autor auch in diesem Bereich tiefergehende Analysen angestellt und sieht ein großes Potential zum Verständnis der Natur mit diesen zahlentheoretischen Überlegungen beizutragen.